Präzision unter Druck: Geschichten von der Rally Costa Brava
Als ich zu meiner ersten Rally Costa Brava anreiste, wusste ich nicht genau, was mich erwarten würde. Da ich vor einigen Jahren bereits den FIA EHRC-Lauf in Lahti begleitet hatte, waren meine Erwartungen an die Organisation hoch – und um ehrlich zu sein: Das Event lief wie am Schnürchen. Selbst zwei abgesagte Wertungsprüfungen brachten den Zeitplan nicht ins Wanken. 200 Fahrzeuge ohne eine einzige Verzögerung zu koordinieren, ist eine Meisterleistung; es ist ein Beweis für jahrelange Erfahrung und die konsequente Umsetzung strenger Reglements.
Präzision in der Planung: Recce und der Regen
Ich kam frühzeitig in Girona an, um ein Media-Recce durchzuführen – das Auskundschaften von Abkürzungen, Bergzufahrten und jenen perfekten, schwer zu findenden Aussichtspunkten. Ich fühlte mich gut vorbereitet, bis das Wetter umschlug. Eine gelbe Warnung wurde herausgegeben, die fast in den roten Bereich überging, und plötzlich waren meine akribisch geplanten Bergpfade unpassierbar. Aber genau das macht den Rallysport aus: Es gibt immer einen Plan B.
Die Dynamik im Team
Das Wiedersehen mit Kyle Tilley und Martin Brady war das Highlight des Wochenendes. Es ist ein immenser Vorteil, fest mit einem Team zusammenzuarbeiten, anstatt zu versuchen, jedes einzelne Auto im Feld einzufangen. Ich kenne ihren Rhythmus; ich weiß genau, wie sich der Wagen in der Kurve verhalten wird. Dieses Vertrauen erlaubt es mir, auf das außergewöhnliche Foto zu setzen, statt mich mit einem sicheren Kompromiss zufriedenzugeben. Selbst der sintflutartige Regen konnte die Stimmung nicht trüben – ich habe gelernt, dass man mit der richtigen Ausrüstung den Regen einfach als ein weiteres Element begreift, das es zu beherrschen gilt.
Vom Asphalt auf die Piste: Techniken im Transfer
Nach Jahren auf der Rundstrecke habe ich festgestellt, dass meine größte Stärke das Panning (Mitziehen) ist. Es ist eine Technik, die von vielen Rallye-Fotografen gemieden wird, da das Risiko groß ist, den Moment zu verpassen. Doch auf der Rennstrecke habe ich diese Fertigkeit perfektioniert. Auf Asphaltprüfungen, wo der dramatische Schotterwurf von Erdrallyes fehlt, wirken Autos bei kurzen Verschlusszeiten oft statisch. Durch das Mitziehen gelingt es mir, die rohe Geschwindigkeit und die fließende Bewegung des Fahrzeugs einzufangen.
Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Asphalt-Läufe der FIA EHRC. Mit ein paar neuen Ideen im Gepäck, um meinen Workflow zu verfeinern und meine Bildsprache weiter zu heben, wird die Tschechische Republik ein fantastisches Pflaster werden.




































































































